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Teilprojekt 4

Cultural heritage in Fußball- und Kleingartenvereinen. Eine empirische Studie über Teilhabe in Differenz und Vielfalt

Leitung: apl. Prof. Dr. Heiko Geiling, Institut für Politische Wissenschaft, Hannover

Mitarbeiter: Dipl.- Soz. Wiss. Raimund Lazar

Vereine bilden als ‚Arenen des Alltags‘ zum einen soziale Nahräume im lokalen Umfeld, in denen vielfältige Formationen kulturellen Erbes in Gestalt alltagsnaher sozialer Praktiken und Beziehungsstrukturen zu einem konkreten Ausdruck der Identitätsbildung werden. Zum anderen konstituiert diese spezifische und historisch gewachsene Form sozialer Zusammenschlüsse selbst mehr oder minder ausgeprägte Manifestationen und Repräsentationen kulturellen Erbes. Ihre Mitglieder als Akteure müssen nach ihrer von der Gegenwart spezifisch geprägten Lesart der Geschichte dieser Vereine befragt werden, um ihr aktuelles Selbstverständnis, das sie unweigerlich in der Auseinandersetzung mit einer zunehmend pluralisierten, multikulturellen Gesellschaft einbringen, verstehen zu können.

In diesem Sinne wird cultural heritage nicht allein als konfliktbehaftete Auseinandersetzung um als bedeutungsvoll erachtete Vergangenheit verstanden, sondern vor allem auch als mobilisierbares Machtmittel und Instrument in zu analysierenden alltagsnahen Beziehungszusammenhängen.

In vergleichender Perspektive werden in zwei städtischen Fußball- und zwei Kleingartenvereinen Strukturen und Praktiken sozialer Kohäsion analysiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Status und welche soziale Funktion das kulturelle Erbe dieser nach wie vor eher ‚volkstümlichen‘ Alltagskulturen unter den Bedingungen einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft angenommen hat. Das Vorhaben geht dabei von der Hypothese aus, dass im Unterschied zu institutionell gefassten gesellschaftlichen Räumen in niedrigschwelligen Einrichtungen der Alltagskultur unterschiedliche oder gar gegensätzliche Normen und Gewohnheiten eher transformiert und neu zusammengeführt werden können.

Damit bieten sich für diesen Blick auf ein konkretes Aushandlungsfeld kulturellen Erbes in alltäglichen Kommunikationsprozessen sowohl Bezugnahmen auf die migrationssoziologische Untersuchung ‚neuer‘ Einwanderung im Teilprojekt 3 an, die einen gebündelten Blick auf die kulturellen Praktiken einzelner Migrantengruppen einnimmt, als auch auf Bildungsprozesse, die zwar stärker institutionalisiert und gelenkt erscheinen, aber dennoch Wahrnehmungs- und Deutungsweisen zu kulturellem Erbe in engen sozialen Räumen produzieren (Teilprojekt  5 und 6). Auch im Hinblick auf die Inwertsetzung von Vergegenwärtigungen der Vergangenheit stellt sich die Frage, inwieweit dort alltägliche, heterogene kulturelle Ausdrucksweisen eine Rolle spielen oder spielen sollten (Teilprojekt 1 und 2).